Hut ab und Respekt vor ehrenamtlichen Engagement

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BaaskePFLiebe Veranstalter, Besucherinnen und Besucher des CSD Potsdam,

der Frühling kommt spät in diesem Jahr, doch wenn die bunte Tulpenwelt sich mit der schillernden Vielfalt der diesjährigen CSD-Veranstaltungen mischt – dann ist er endlich da. Gut zu sehen, dass es den Veranstaltern auch in diesem Jahr gelungen ist, ein ebenso kulturell-anspruchsvolles, wie touristisch-attraktives Programm zu gestalten. Herzlichen Dank allen, die das mit Leidenschaft und Engagement organisiert haben! Ich habe erneut und gern die Schirmherrschaft über dieses fröhliche Fest übernommen, wünsche Ihnen ein großes und interessiertes Publikum sowie ein gutes Gelingen! Ich freue mich, wenn unsere finanzielle Förderung dazu beitragen kann.

Diese Tage – bunt, offen, tolerant – haben Tradition in Potsdam. Doch sie sind nicht nur „Spaß an der Freud‘“, sondern regen mit dem Kaleidoskop ihrer Veranstaltungen zum Nachdenken über die Vielfalt unseres Lebens an. Zur Besinnung auf das, was unser Zusammenleben ausmacht und über Toleranz hinaus zu einem akzeptierten Miteinander führt. Sie sind ein Plädoyer für transparente Menschenrechte und für die Chancengleichheit unterschiedlicher Lebensweisen.

Deshalb ist es gut, dass es diese Tage im weltoffenen Potsdam gibt. Denn nichts richtet sich von allein. Trotz Aufklärung an den Schulen und in den Medien sind homophobe Einstellungen durch alle Bevölkerungsschichten noch weit verbreitet. Das Ringen um die Rechte von Minderheiten, um die Anerkennung unterschiedlicher Weltanschauungen und der sexuellen Identität bleibt höchst aktuell. Vorurteile, Intoleranz, offene oder latente Diskriminierung gegenüber schwulen, lesbischen und transgender Lebensweisen begleiten leider nach wie vor unseren Alltag. Nicht immer geschieht dies vorsätzlich. Vielmehr sind oftmals Unkenntnis, überlieferte Wertevorstellungen die Ursachen und erzeugen Berührungsängste oder mangelnden Respekt füreinander. 

Ursachen, denen beizukommen ist und denen wir beikommen wollen. Es bleibt der brandenburgischen Landesregierung ein wichtiges Anliegen, mehr Gemeinsamkeit und Verständnis füreinander zu entwickeln. Ich finde es aus diesem Grunde beispielhaft und gut, dass in den Foren des diesjährigen CSD die engagierte Arbeit der Ehrenamtlichen gewürdigt wird. Ohne ihren selbstlosen Einsatz würden viele Projekte, die sich dem Alltag und den Problemen von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen widmen, nicht existieren. Hut ab und Respekt vor ihnen! Sie engagieren sich für gesellschaftliche Minderheiten, die sich oft zu wenig unterstützt fühlen.

Es bleibt ein langer Kampf, die Gleichstellung durchzusetzen. Landesrechtlich sind wir deutlich voran gekommen, und auch bundesrechtlich hat sich einiges verändert: So gilt seit einem Jahr unser Lebenspartnerschaftsanpassungsgesetz, und das Bundesverfassungsgericht stärkte mit dem Verwurf des bislang praktizierten Adoptionsrechts die Rechte von Kindern in gleichgeschlechtlichen Familien. Ein Durchbruch, den wir seit Jahren anstreben! So muss es jetzt weitergehen – beispielsweise auch mit der Reform des umstrittenen Ehegattensplittings.

Da warten noch zähe Brocken auf uns. Wir wissen ja, dass aus verbrieften Rechten nicht von allein gesellschaftliche Realität wird. Veranstaltungen, wie der CSD Potsdam oder die LesBiSchwule-Touren durch das Land, laden zum toleranten Miteinander ein und helfen, die Brocken kleiner zu kriegen. Sie zeigen, wie bunt und lebenswert unsere Welt ist. Und unterstreichen, dass jeder Mensch das Recht hat, nach seiner Fasson zu leben – übrigens ein Brandenburger Edikt, das seit Jahrhunderten gilt. Niemand darf benachteiligt werden, weil er „anders“ lebt oder „anders“ liebt. Alles verdient Respekt – und je mehr Menschen dies verstehen, desto eher verschwinden Diskriminierung und Vorurteile.

Mit diesem Ziel wünsche ich dem Potsdamer CSD 2013 ein interessiertes, aufmerksames und offenes Publikum. Ich ermuntere alle Gäste, rege an den Veranstaltungen teilzunehmen und das Gespräch zu suchen. Viel Erfolg sowie allen Akteuren und Besuchern viel Spaß!

Günter Baaske Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg


 

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