Ey, Du Schwuchtel!

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Homophobie und Schule

Stell dir vor an deiner Schule ist der Unterricht vorbei und alle gehen auf den Hof. Da ist ein Junge ca. 16 Jahre alt. Er geht auf einen anderen Jungen zu, sie küssen sich und gehen dann Hand in Hand nach Hause. In der Umkleide vor dem nächsten Sportunterricht werden alle Jungen sich gegenseitig Schwulenwitze erzählen und sich zurufen, dass sie nicht mit der "Schwuchtel" duschen wollen. Wären es Mädchen gewesen müssen sie sich gehässige Kommentare wie: "einmal richtig durchgefickt und dann sind sie nicht mehr lesbisch!" anhören. Dies ist nur eine von vielen Möglichkeiten wie Diskriminierung auf Schulhöfen täglich ablaufen kann.

62% aller Schüler_innen das Wort "schwul" oder "Schwuchtel" und 40% das Wort "Lesbe" als Schimpfwort (*1). Und das ist auch kein besonders neues Phänomen, eine Umfrage (*2) im Jahr 2002 ergab, dass 71% der Jungen und 51% aller Mädchen eine neagtive Einstellung gegnüber Homosexuellen haben. Dieses Ergebnis wirkt schockierend, ist allerdings nachvollziehbar, wenn man eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle im Jahre 2008 dazulegt, welche sich auf die Einstellung von Erwachsenen gegenüber Homosexuellen bezieht. 61% der Befragten sagten, dass sie möglichst wenig mit dem Thema in Berührung kommen wollen und 46% gaben sogar an, sie würden sich provoziert fühlen, wenn ein homosexuelles Paar sich in aller Öffentlichkeit küsst.

Trotz allem wird diskriminierendes Verhalten, meist auch unbewusst von Lehrer_innen praktiziert. Laut Studie (*1) kommt es bei einem Viertel der Lehrkräfte vor, dass diese über homophobe Witze lachen. Noch häufiger machen sie sich über Schüler_innen lustig, welche sich nicht geschlechtskonform verhalten. Durch die Vorbildfunktion, welche die Lehrer_innen innehaben, kommt es häufig vor, dass vor allem jüngere Kinder sich das diskriminierende Verhalten aneignen. Ein großes Problem ist, dass gerade nicht-homosexuelle Lehrer_innen nicht wissen, dass der Prozess des Bewusstwerdens der sexuellen Identität, welchen die pubertären Schüler_innen durchleben, ein sehr schwieriger ist. Genauso unbekannt ist die hohe Suizidalität unter homosexuellen Jugendlichen, so dass diese oft mit ihren Problemen nicht genügend ernst genommen werden.

Aktuell ist nicht bekannt wie und ob das Thema sexuelle Vielfalt in Schulen in Brandenburg behandelt wird. Aktuell laufen Umfragen, welche dahingehend Klarheit verschaffen sollen. Vereine wie zum Beispiel KATTE e.V. leisten Aufklärungsarbeit.

*1: "Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen", Ulrich Klocke, 2012
*2: iconKids & youth, 2002

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