Katte e.V. zum CSD Brandenburg

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Forderungskatalog von Katte e.V. zu den CSD - Veranstaltungen in Brandenburg 2010

Trans* und intersexuellen Menschen muss ein selbstbestimmtes, diskriminierungsfreies Leben ermöglicht werden.
Trans* und intersexuelle Menschen leiden bis heute unter juristischer, gesellschaftlicher und medizinischer Diskriminierung. Es gibt keinen vernünftigen Grund geschlechtliche Vielfalt jenseits einer starren, biologischen Mann/Frau-Trennung, etwa beim Personenstands- und Vornamensrecht oder bei medizinischen Praktiken bis hin zur körperlichen Unversehrtheit, abzulehnen. Wir fordern einen menschenrechtskonformen Umgang mit trans* und intersexuellen Menschen.

Queere Familien müssen rechtlich gleichgestellt und abgesichert werden.
Studien beweisen, dass das Kindeswohl in queeren Familien keineswegs gefährdet ist. Wir fordern eine rechtliche Anerkennung dieser Erkenntnisse und Anpassung der familienrechtlichen Regelungen an die gesellschaftliche Realität. Das umfasst als Übergangslösung die vollkommene Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der traditionellen Ehe und langfristig die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, sowie die Öffnung des Adoptions- und Inseminationsrechtes.

Berlin & Brandenburg brauchen ein Aktionsprogramm für sexuelle Gesundheit

Berlin ist der epidemische Brennpunkt in Deutschland bei immer noch steigenden Infektionszahlen von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. In dem grossen Flächenland Brandenburg fehlen fast alle Möglichkeiten der Behandlung, Beratung und Betreuung von Menschen mit HIV und AIDS. Die Testung auf HIV, Syphilis und Hepatitis als Präventionsmaßnahme und niederschwellige Angebote zur Vorsorge, Selbstsorge und Versorgung müssen im Gesundheitsplan für Berlin und Brandenburg bedarfsadäquat berücksichtigt und finanziert werden.

Die verfolgten Homosexuellen im Nachkriegsdeutschland müssen moralisch und materiell rehabilitiert werden.

Bis Ende der Sechzigerjahre galt auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland der Paragraph 175 StGB in der Nazi-Fassung. Seine Opfer - wie die der entsprechenden DDR-Gesetzgebung - sind bis heute nicht gewürdigt und in Ehren gesetzt worden. Wir fordern die Umsetzung der Magnus-Hirschfeld-Stiftung für die Würdigung der homosexuellen Opfer des Nazi-Terrors und eine Rehabilitierung und Entschädigung der homosexuellen Verfolgten in der Nachkriegszeit.

Respekt muss auf Gegenseitigkeit beruhen
Berlin ist das wichtigste Lebensstillabor des Landes. Berlin bringt alle möglichen Menschen miteinander in Kontakt - Tag für Tag, Stunde für Stunde. In Brandenburg leben viele Lesben und Schwule nach wie vor versteckt. Wir fordern, dass unsere Metropole Berlin als auch das Land Brandenburg überall das unsrige sein kann, ausnahmslos. Die schwullesbischetrans Community muss jede und jeden anderen, gleich welcher Herkunft, welchen Geschlechts, welcher Religion, welchen Alters und welcher demokratischen Prägung auch immer genauso respektieren, wie wir von allen fordern, dass uns diese Wertschätzung ebenso entgegengebracht wird.

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