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"Wer Wasser predigt, sollte es auch trinken!"

KatharinaReiche(gayBrandenburg - Aktuell)  Die Äußerungen von Katharina Reiche (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Mitglied im Bundestag, Potsdamer CDU-Chefin) zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften können nicht ernst gemeint sein. Die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe stärkt bürgerliche Werte und holt homosexuelle Partnerschaften in die Mitte eines gleichberechtigten, zivilgesellschaftlichen Miteinanders verschiedener individueller Lebensentwürfe. Lesben und Schwule für den negativen demografischen Faktor und die Eurokrise verantwortlich zu machen, ist völlig absurd. Dies erinnert in seiner Plattheit an Argumentationen aus den dunklen Zeiten der deutschen Vergangenheit.

Kinderlosigkeit ist kein gesellschaftlicher Makel. Die Menschen sollen sich unabhängig von ihrer sexuellen Identität für oder auch gegen Kinder & Familie entscheiden können. Wie es beispielsweise die Kanzlerin getan hat. Regenbogenfamilien werden hier irrationale Verbote und behördliche Schikane zugemutet. Seien es nun lesbische Paare, die ihren Kinderwunsch mittels künstlicher Befruchtung erfüllen wollen oder schwule Paare, die ein Kind gemeinsam adoptieren möchten.

Lesben und Schwule haben bei ihrem Kampf auch immer für die Freiheit der Lebensentwürfe der heterosexuell dominierten Mehrheitsgesellschaft gekämpft. Nicht anders ist es zu erklären, dass die Zeiten des Zölibats, der Unumkehrbarkeit des Eheschwures und der Diktion des "Keinen Sex vor der Ehe" heute von einer breiten Bevölkerungsschicht als vorgestrig und lebensfremd angesehen wird. Der Gesellschaft hat die Abkehr von diesen mittelalterlichen Normen nicht geschadet. Im Übrigen auch nicht Katharina Reiche, die von der Weiterentwicklung des heterosexuellen Familien- und Partnerschaftsbildes selbst bereits erheblich profitiert hat. Es ist nicht nur eine Frage von Fairness, sondern auch von Anstand, diese Freiheiten ebenso nicht-heterosexuellen Paaren zuzubilligen. "Wer Wasser predigt, sollte es auch trinken!"


PM Bündnis Faires Brandenburg e.V. - Landesverband für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*, V.i.S.d.P. Jirka Witschak, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Äußerungen Katharina Reiche (Auswahl)

[27.02.2013]Http://www.bild.de/politik/inland/gleichgeschlechtliche-ehe/massiver-aerger-fuer-merkel-29286030.bild.html „Ohne Mann und Frau keine Kinder, ohne Kinder keine Zukunft in diesem Land. Ich habe das Gefühl, dass es nicht mehr um die Beseitigung von Ungerechtigkeiten geht, auch nicht um die Gleichstellung. Nein, es geht einigen Aktivisten um die Aushöhlung, ja die Abschaffung der bürgerlichen Familien.“

[19.02.2013]http://www.bild.de/politik/inland/adoptionsgesetz/staerkt-adoptionsrecht-fuer-homosexuelle-28587024.bild.html "Verantwortliche Politik darf nicht nur danach fragen, was zeitgemäß ist, sondern muss fragen, was zukunftsgemäß ist. Aus meiner Sicht muss es da unverbrüchliche Maßstäbe geben: Ohne die Verantwortungsgemeinschaft der Familie aus Vater, Mutter, Kind(ern) geht es nicht."

[21.08.2012]http://www.bild.de/politik/inland/gleichgeschlechtliche-ehe/cdu-reiche-kaempft-fuer-ehe-25746958.bild.html „Unsere Zukunft liegt in der Hand der Familien, nicht in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Neben der Euro-Krise ist die demografische Entwicklung die größte Bedrohung unseres Wohlstands.“