1x1 der Homophobie

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Guten Tag,

wir sind Charline, eine Bundesfreiwilligendienstleistende im Rat & Tat Zentrum - Potsdam und Philipp, ein auszubildender Erzieher der Hoffbauerstiftung in Potsdam, der hier ein 3-monatiges Praktikum absolviert. Im Rahmen dieses Projektes sind wir auf Spurensuche gegangen und wollten herausfinden, in welchen Bereichen der Gesellschaft Homophobie eine große Rolle spielt und wo die Quellen dieser Ängste liegen.

Wegweiser für Deinen Vortrag

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Der Einstieg in den Vortrag:

  • finde einen geeigneten Einstieg, der bei deinen Zuhörern Interesse weckt. Dies kann zum Beispiel ein provokantes Zitat oder die Rede eines Politikers sein
  • du kannst deine Mitschüler auch auffordern zu Anfang Klischees über Homosexuelle bzw. homophobe Vorurteile zu nennen
  • überlege dir, wie du deinen Vortrag untergliedern willst
  • suche dir Themen raus, die du selbst wichtig oder interessant findest
  • nimm nicht zu viel vor weg, diskutiere lieber im Anschluss
  • suche eine geeignete Überleitung zu deinem ersten Gliederungspunkt

Stöckelschuhe für alle!

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Homophobie und Wirtschaft

“Ich bin stolz darauf, schwul zu sein.” sagt Apple-Chef Tim Cook in einem Interview. Diese Aussage sorgte in der Medienwelt für eine Sensation. Der Chef eines der größten Konzerne ist schwul. Ist das eine Ausnahme oder sitzen in der heutzutage doch mehr homosexuelle Menschen im Chefsessel als gedacht?

Laut einem Artikel auf www.manager-magazin.de sind “zwar geschätzte 15 Prozent der Mitarbeiter homosexuell [...] aber so gut wie keine Chefs.” Es gibt möglicherweise mehrere Gründe dafür, dass sich führende Kräfte von großen Unternehmen selten öffentlich zu ihrer Homosexualität bekennen. Nach wie vor ist die Wirtschaft, insbesondere die höchsten Führungsetagen von Männern und ihren tradierten Familien- und Rollenbildern dominiert. Dies ist erkennbar an den Diskussionen um die Einführung der Frauenquote bei börsennotierten Unternehmen. Von Führungskräften wird verlangt, sich voll und ganz dem Unternehmen zu widmen. Wer hier nicht dem traditionellen Familienbild entspricht, läuft Gefahr sich dem Verdacht auszusetzen die in ihnen gesetzten Erwartungen nicht zu erfüllen, weil diese sich eventuell auch für andere Dinge, außerhalb der Unternehmens interessieren. Klischees und Vorurteile machen auch vor Führungsetagen nicht halt. Auch heute noch wird von einem Chef erwartet, dass er das alt bekannte Familienbild mit einem Haus, einer Frau und zwei Kindern erfüllt. Nicht-heterosexuelle Führungspersonen fürchten sich oft vor einem Outing, da sie Angst haben an Ansehen und Vertrauen zu verlieren. Einige bauen sogar eine wahre Fantasiewelt auf um den Schein des traditionellen Chefs zu wahren. In seltenen Fällen werden auch Scheinehen eingegangen, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen.

Kraft, Schweiß und Pink

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Homophobie und Sport

Lässt man die Coming-outs während der letzten Jahre im Profisport Revue passieren, lässt sich erkennen, dass die meisten homosexuellen Sportler und Sportlerinnen sich erst nach dem Ende ihrer Karriere öffentlich zu ihrer Homosexualität bekennen. Viele versuchen dies während ihrer aktiven Laufbahn vor der Außenwelt geheim zu halten, weil sie Benachteiligungen oder Repressalien vonseiten der Fans oder Management und dem eigenen Team befürchten. Hemmend auf die Sportler wirkt außerdem die Tatsache das viele, Werbeträger für Unternehmen sind, von denen sie ausgestattet oder mit Geld unterstützt werden. Würden diese wegfallen könnten die Athleten ihren Sport nicht mehr auf dem gleichen Niveau fortsetzen.

In Deutschland steht der Fußball als Nationalsport im Fokus der Öffentlichkeit. Oft werden von Fans und Medien Vermutungen geäußert, welcher Nationalspieler wohl schwul sein könnte. Die Spieler wehren sich häufig dagegen mit Dementi-Offensiven. Eine Tatort-Folge, die im März 2011 ausgestrahlt wurde, löste massiven Widerspruch bei Nationalelfmanager Oliver Bierhoff aus. Er äußerte: "Das sehe ich immer auch als einen Angriff auf meine Familie – die Familie der Nationalmannschaft." Hintergrund war ein fiktives "Tatort"-Zitat, wonach angeblich die halbe Nationalmannschaft, einschließlich Trainerstab, schwul sei. Die Freude an der Arbeit werde der Nationalelf genommen, "wenn wir uns gegen haltlose Gerüchte wehren müssen". Bierhoff weiter: "Wir werden jetzt grundsätzlich bei der Nationalelf überlegen, wie wir mit solchen Dingen umgehen. Dass wir nicht wehrlos sind gegen Gerüchte und falsche Unterstellungen aller Art." Doch wer von Angriffen, Gerüchten und falschen Unterstellungen spricht, suggeriert natürlich immer auch, dass er Homosexualität nach wie vor als etwas Anrüchiges, etwas Verbotenes ansieht.” (queer.de)

Gott hat dich lieb!

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Homophobie und christliche Kirchen

“Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.”(Lev 18,22) Diese Stelle im 3. Buch Mose auch als Leviticus bekannt stellt für viele konservative Christen das Verbot Gottes der Homosexualität dar. Als Konsequenz sollen die Schuldigen mit dem Tode bestraft werden. “Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.”(Lev 20,13) Diese Auslegung wird allerdings von einigen Wissenschaftlern angezweifelt. Sie sind der Meinung das sich das “Liegen” auf einen gewaltsamen Akt bezieht und nicht auf eine homosexuelle Beziehung aus heutiger Sicht.

In der christlichen Gesellschaft unserer Zeit sind die Standpunkte zum Thema Homosexualität sehr facettenreich. Die meisten Kirchen tolerieren gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften lehnen aber eine Gleichstellung mit der Ehe ab. Weiterhin wird meist zwischen homosexuellem Tun, welches nicht toleriert wird und den homosexuellen Menschen unterschieden, welchen trotzdem im Sinne der Nächstenliebe  gegenübergetreten werden soll.

Traut sich die Kanzlerin?

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Homophobie und Politik

Auf dem Weg zur vollständigen rechtlichen Gleichstellung homosexueller Menschen in Deutschland ist der Kampf um die “Ehe für alle” sowie, dass Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, dass letzte große “Schlachtfeld”. Die Wichtigkeit der Öffnung des Instituts Ehe auch für homosexuelle Paare begründet sich damit, dass gleichgeschlechtliche Lebensentwürfe seitens des Staates eine ganzheitliche Anerkennung erfahren sollen und damit ein Ende der Diskriminierung durch staatliche Institutionen findet.

Gesetzentwürfe zur Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe liegen dem Bundestag seit vielen Jahren vor. Sie wurden insbesondere den Parteien Bündnis90/Die Grünen, der SPD und die Linke verfasst und/oder eingebracht. Sie scheiterten jedoch immer wieder an den Mehrheitsverhältnissen oder Koalitionsvereinbarungen. Selbst die als Bremser in Sachen Gleichstellung wahrgenommene CDU/CSU hat in den letzten Jahren, zumindest in Teilen einen Wandel vollzogen. Einige Abgeordnete, nicht die Mehrheit, sprechen sich inzwischen für die vollständige Gleichstellung der Ehe aus. Auch das Bundesverfassungsgericht macht in Grundsatzurteilen Druck. “Es ist verfassungsrechtlich nicht begründbar, aus dem besonderen Schutz der Ehe abzuleiten, dass andere Lebensgemeinschaften im Abstand zur Ehe auszugestalten und mit geringeren Rechten zu versehen sind.”

Reggae und Dancehall voll schwul!

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Homophobie und Musik

Homophobie spielt erfreulicherweise in vielen Musikgenren überhaupt keine Rolle. Es gibt jedoch auch hier Ausnahmen, so zum Beispiel im Reggae/Dancehall und Hip Hop/Rap.

Dancehall/Reggae

Im Dancehall gibt es zahlreiche populäre Künstler, die offen Homosexualität in ihren Texten anfeinden. Ein Grund dafür ist der in vielen Musikern stark verwurzelte christliche Glaube der nicht-heterosexuelle Beziehungen als Sünde verurteilt. In den Ursprungsländern des Reggae, wie Jamaika, gibt es das stark verbreitete und tradierte Männerbild: viele Frauen, viele Kinder und die Bereitschaft, dies mit Gewalt zu verteidigen. Schwule Männer werden in Jamaika als Battyman oder Chi Chi Man bezeichnet. So fallen besonders homophobe Lieder unter die Kategorie Battymantunes. Gerade diese Untergruppe des Reggae erfreut sich in der Szene großer Beliebtheit. Inhalte dieser Texte reichen von homophoben Beleidigungen und der Ablehnung von Homosexualität, bis hin zum Aufruf Homosexuelle zu jagen oder zu ermorden. Ein Beispiel dafür liefert eine Zeile aus dem Lied “Ramping Shop” von Vybz Kartel und Spice: Every man grab a gyal / And every gyal grab a man / Man to man, gyal to gyal dats wrong / Scorn dem (Jeder Mann nimmt sich ein Mädchen / Und jedes Mädchen nimmt sich einen Mann / Mann mit Mann, Frau mit Frau ist falsch / verachtet sie) Inzwischen gibt es auch in diesem Genre eine Bewegung gegen Homophobie. Im Jahr 2008  sogenannten Reggae Compassionate Act, einer Vereinbarung zwischen Konzertveranstaltern und Künstlern, wurde sich darauf geeinigt keine homophoben Lieder auf der Bühne zu spielen. Außerdem verhängen einige europäische Länder Einreise- und Auftrittsverbote für Künstler, die für ihre homophoben Texte bekannt sind.

Die Homo-Connection

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Homophobie und Verschwörungstheorien

Schaut man sich gezielt im Internet um, lässt sich eine ganze Bandbreite von Verschwörungstheorien bezüglich homosexueller Lebensweisen erkennen. Diese reichen von dubiosen Experimenten mit Fruchtfliegen, die unter Alkoholeinfluss zu Homosexualität neigen, über unterstellte Versuche der Regierung die Menschen mit Hilfe von Chemtrails und Pflichtimpfungen immun gegen Homophobie zu machen bis hin zur Existenz einer Homolobby die sich zum Ziel gemacht hat die ganze Welt zu “verschwulen”. Gibt man auf dem selbst ernannten Männerrechtsportal “wikimannia” den Begriff Homolobby ein, findet sich ein nicht ganz unparteiischer Artikel bei dem sich der Verfasser außerordentlich viel Mühe gegeben hat alle Machenschaften und Methoden dieser Lobby zu beleuchten. Etwas subtiler gehen die Redakteure des Magazins Compact vor. Der prominenteste Meinungsvertreter des Magazins Jürgen Elsässer wittert Gefahr für unsere Gesellschaft durch die Gleichstellung Homosexueller und deren “Angriff” auf das traditionelle Familienbild und klassische Geschlechterrollen. “Der Eindruck drängt sich auf, dass unser Planet tatsächlich angegriffen wird. Wir Erdlinge werden von einer anderen Lebensform bedroht und aus unseren jahrtausendealten stofflichen und biologischen Grundlagen herausgerissen. Es wird behauptet, die Einteilung in zwei Geschlechter sei eine Einbildung, die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau spielten keine Rolle. Es wird suggeriert, es gäbe keine Völker und Rassen – obwohl man die verschiedenen Hautfarben und Temperamente nur bei Blindheit übersehen kann. Mutterschaft und natürliche Fortpflanzung, ja Heterosexualität an sich werden immer weiter zurückgedrängt – an ihrer Stelle werden Pornographie, Homosexualität, Laborbefruchtung und Menschenzüchtung propagiert.”(COMPACT 10/2012)

Das diese Theorien weite Kreise ziehen lässt sich daran erkennen, dass viele der Einzelargumente von Verschwörungstheoretikern sich in den Gesprächen und Diskursen innerhalb von Familien, an Stammtischen oder auf dem Schulhof wieder finden.

Ich hasse shoppen!

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Youtuber Kostas Kind über schwule Klischees

 

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