Und ewig lockt "Linda in Moll"

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Tunten und Tulpen: Am Wochenende wird im Holländischen Viertel auch der Queensday zelebriert

Märkische Allgemeine Zeitung) Hier feiern echte Damen, die eigentlich keine sind. Margot Schloenzke – traumhaft tuntige Moderatorin des Queensday – Bühnenprogramm – leistet im Gespräch mit Ildiko Röd Aufklärungsarbeit.


 „Dalli Dalli“ – warum lassen Sie das Kultobjekt der „steinzeitlichen“ TV – Unterhaltung am heutigen Samstagabend wiederauferstehen? Noch dazu mit Politikern in den antretenden Teams?
Offiziell wurde „Dalli Dalli“ ja immer als „Ratespiel für Schnelldenker“ deklariert. Aber es sind ja auch ein paar Spiele dabei, bei denen man gar nicht so viel denken braucht. Mal sehen welcher Politiker in welcher Sparte mehr Qualitäten unter Beweis stellt. Und das Schöne bei unseren Veranstaltungen ist: Anders als in der Politik, kann man bei uns nichts aussitzen.

  Der Queensday spielt mit der doppelten Bedeutung des Wortes Queen -  Königin oder Tunte. Was genau ist eine Tunte?
(lacht), Das sind Männer, die gerne freiwillig im Fummel auf die Straße gehen und sich dabei anpöbeln lassen.


Wobei das Angepöbelt werden ja wohl nicht unbedingt zum Spaßfaktor gehört, oder?
Nein, aber es ist leider nach wie vor Alltag.

Warum tut man sich das dann an?
Es geht in erster Linie nicht um Spaß. Meiner Auffassung nach geht es darum, auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erregen. Und zwar keine egozentrische Aufmerksamkeit, sondern eine, die auf gesellschaftliche Zustände hinweist. Es geht um Rollenklischees, die immer noch in unseren Köpfen einzementiert ist. Durch den bewussten Stilbruch wollen wir mehr Toleranz gegenüber jeden Lebensformen erreichen, die nicht unbedingt in das gängige Schema passen. Man hat oft noch den Eindruck, dass Tunten nicht als vollwertige Menschen wahrgenommen werden.


Woran machen sie solche Behauptungen fest?

Mal abgesehen von meiner eigenen Person – ich wurde bereits zweimal zusammengeschlagen – habe ich auch im Alltag entsprechende Beobachtungen gemacht. Neulich sah ich zum Beispiel auf der Straße, wie eine attraktive Dame stolperte. Ein Mann wollte ihr spontan zu Hilfe eilen. Als er aber in das Gesicht der Dame sah, sagte er nur: „Ach das ist ja nur `ne Transe“ – und ließ sie liegen.

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie Frauenkleider gerne tragen?
Schon sehr früh. Beim ersten Fasching in der ersten Klasse ging ich als Mädchen verkleidet. Meine Eltern waren nicht wirklich begeistert. Also ging ich im nächsten Jahr als Prinzessin Diana – die war ja immerhin kein Mädchen. Als ich dann in der Pubertät endgültig merkte, was mit mir los war, haderte ich zunächst mit meinen Schicksal: „Warum ausgerechnet ich?“, fragte ich mich. Also habe ich gnadenlos ein heterosexuelles Leben durchgezogen, bis ich merkte, dass ich auf diese Weise nur mich und mein Umfeld unglücklich mache.

Wie sieht ihr Leben, wenn sie nicht auf der Theaterbühne stehen?
Bis vor einifge Jahren war ich Anzeigenleiter bei einem Verlag. Nun habe ich auf Tupperware umgesattelt. Ich bin wohl die erste Tunte, die in Deutschland Tupperware – Partys veranstaltet – Der Erfolg gibt kein Anlass zur Klage.

Sie leben in Berlin. Wie gut kennen sie Potsdam
Ziemlich gut; Schließlich lebt meine Schwester hier. Außerdem bin ich ja mittlerweile, Stammfast auf der Queensday – Bühne, wo wir neben Musik auch zunehmend Show-Elemente bieten.

Werden wir Sie dieses Mal auch wieder in Ihren Gaststar - Rollen als die hinreißende „Linda in Moll“ oder als „Johannes ver Weester“ erleben?
Linda in Moll ist seit 2004 der absolute Publikumsliebling und gehört genauso zum Queensday wie das Amen in der Kirche. Sie konnte ihren Aufenthalt in der Betty-Ford- Klinik vorzeitig beenden und wird mit der Moderation auf dem Queensday ihr erneutes Comeback feiern. Es dürfte mittlerweile ihr siebentes sein. Johannes ver Weester ist leider verhindert, da er in Babelsberg für „Die Mumie IV – Der Tod bin ich“ dreht. Stattdessen haben wir die hochbegabte Drag-King-Gruppe aus Potsdam „Die Centa-Kingz vom Stern“ dabei. Natürlich auch das „Staatsministerium für Tuntensicherheit in ganz Europa und Ostdeutschland – die TunSi“ sowie meine bezaubernden Kolleginnen KoRa van Tastisch und Ginnifer Hartz, ohne die keine vernünftige Bühne der Welt mehr auskommen kann.

Märkische Allgemeine Zeitung vom 17. April 2010
Interview: Ildiko Röd
Foto: Stefan Exner

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