Auf der Strasse ohne CSD

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strasseohnecsdSchicken die 22`er des SPD-Sozialministeriums Homo-Jugendliche auf die Straße?
(gayBrandenburg - Aktuell) Die gemeinsame Pressemitteilung der beiden Potsdamer Schwulen-Aktivisten Jirka Witschak und Ralph Zachrau schockierte. "Queensday abgesagt und der Potsdamer CSD vor dem Aus!" Das, was wie eine Zeitungsente wirkt, wird nach Sachlage bittere Realität werden. Denn das Büro des Landesverbandes Bündnis Faires Brandenburg wird zum Ende des Monats schließen müssen. Der Grund: Fehlende finanzielle Mittel für Miete, Strom, Telefon, Server- und Internetkosten. Also jenen "Grundnahrungsmitteln", die ein florierendes Büro braucht.

Dabei war nach langen und zähen Verhandlungen mit dem Brandenburger Sozialministerium klar, dass eine Förderung ab 2013 als Verband oder mit einer institutionellen Projektförderung für die Weiterführung der Projekte möglich und nötig ist. Die gesamte zur Verfügung stehende Verbandsförderung wird wiederum, wie in den letzten 17 Jahren, alleinig dem Verein AndersARTig e.V. ohne weitere Begründung zugeschlagen. Der Verein, der auch Träger der Landeskoordinierungsstelle für LSBT - Belange ist, hatte den Vorschlag eines Mediationsverfahrens und einer Formulierung einer gemeinsamen Zielevereinbarung strikt abgelehnt. Anlass für die zuständige Abteilung des Ministeriums, ohne Rücksicht auf vorherzusehende Verluste, weiterzumachen wie bisher.

Dem Vorstand des Bündnis Faires Brandenburg bot man in einem Gespräch lediglich eine erneute Förderung aus Mitteln der Lotto - Konzessionsabgabe an. Diese würde allerdings niedriger ausfallen als im letzten Jahr, ohne eine konkrete Höhe zu nennen. "Das, was wie ein Trostpflaster wirkt, ist in Wirklichkeit das gezielte Ausräuchern eines unbequemen Landesverbandes!" Denn erst im März 2013 entscheidet der Minister über die Vergabe der Lottomittel. Mit einer Auszahlung eventueller Mittel ist demnach nicht vor Mitte April zu rechnen. Viel zu spät für einen kontinuierlichen Betrieb.

Damit steht nicht nur das Bündnis, sondern auch 9 Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin der Queer Factory und weitere Ehrenamtliche auf der Straße. Diese arbeiteten bisher für verschiedene Projekte, wie unter anderem dem Queensday, dem CSD Potsdam oder den Portalen www.LOVE-SEX-SAFE.de und www.gayBrandeburg.de. Die Mitarbeitenden absolvieren zumeist ein Einstiegsqualifizierungsjahr oder den Bundesfreiwilligendienst. Für viele ist die Arbeit Anlass zur Lebensneuorientierung. Einige hatten massive Schwierigkeiten mit ihrem Coming-out, andere mit ihrer HIV-Infizierung. "Wir werden jetzt kaum noch helfen können", sagt Carsten Bock. "Ohne Beratungsräume ist da nichts zu machen! Ohne Büro ist auch bei allem Engagement ein CSD Potsdam und der so beliebte Queensday nicht zu stemmen!”

Inzwischen hat sich die Vorsitzende des Bündnisses, Martina Wilczynski, die gleichzeitig stellvertretende Bundesvorsitzende der Schwusos ist, an ihren Landesvorsitzenden Matthias Platzeck gewandt. "Was wir bedenken müssen: Das Thema Homorechte wird im Bundestagswahlkampf 2013 eine noch nie erlebte Rolle spielen. Und wird uns als Landespartei genauso fordern, wie auch unsere Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl. Nur: Wie wollen wir das Feld glaubwürdig vertreten, wenn unsere Landesbehörden Spaltungen in der LSBTI- Arbeit betreiben - und damit die eigentlich nötige Zuarbeit genau aus dieser Community erheblich schwächen?”


Autor: Linius
Foto: gayBrandenburg.de

 

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