Moskaus erstmals genehmigter CSD nun doch verboten

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Update 17.5. Nun wird es auch in diesem Jahr keinen CSD in Moskau geben. Die Stadt hat am Dienstag, dem 17.5. die für den 28. Mai beantragte Veranstaltung verboten.
Nach Angaben von CSD-Organisator Nikolai Aleksejew habe die stellvertretende Bürgermeisterin Ludmila Shvetsova das Verbot mit Sicherheitsbedenken begründet. So sei es der Polizei unmöglich, für die Sicherheit der Teilnehmer zu garantieren. Auch habe das Rathaus zahlreiche Protestbriefe gegen die Veranstaltung erhalten.

ursprüngliche Meldung (AFP) Moskau — Die Stadtverwaltung von Moskau hat erstmals eine "Gay Pride"-Demonstration von Homosexuellen genehmigt. Nach fünfjährigem Kampf habe die Stadt grünes Licht für die Veranstaltung gegeben, die dieses Jahr am 28. Mai stattfinden wird, sagte Organisator Nikolai Alexejew, der Vorsitzende der Organisation GayRussia ist. Die Genehmigung für eine Versammlung mit 500 Menschen auf einem Platz im Zentrum Moskaus wurde demnach von der stellvertretenden Bürgermeisterin Ljubow Schewtsowa unterzeichnet.

Auf Hauptverkehrsstraßen können die Homosexuellen-Aktivisten aber nicht demonstrieren. Homosexuellen-Gruppen hatten seit 2006 vergeblich versucht, in Moskau eine Genehmigung für die Gay Pride zu bekommen. Dennoch abgehaltene Veranstaltungen wurden mit teils brutaler Gewalt durch die Polizei aufgelöst. "Gay Pride"-Organisator Alexejew selbst war im September vorübergehend verhaftet worden. Anfang Oktober hatten Homosexuelle in Moskau dann erstmals eine offiziell genehmigte Demonstration abhalten können, nachdem Moskaus offen schwulenfeindlicher Bürgermeister Juri Luschkow abgesetzt worden war. Luschkow hatte Schwulenparaden unter anderem als "satanisch" bezeichnet.

Die Pressestelle der Moskauer Stadtverwaltung konnte die Genehmigung für die Gay Pride nicht bestätigen. Derweil erklärte aber die Stadt St. Petersburg, sie habe eine Homosexuellen-Kundgebung für den 1. Mai zugelassen.

Kommentare (3)

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csd - moskau
hey,
warum verwendet ihr eigentlich die üblichen texte der "holzmedien", wenn es um moskau geht.
keine links, keine info, nur".. da ist es grausam..."
moskau hat eine tolle schwule szene. und wer russisch kann, kann das auch nachlesen.
es ist traurig, dass ihr euch welt.de und bild anschliesst.
kann man hier eigentlich links einbinden?
die moskauer gays sind schon frei beweglich.
ein freund von mir aus moskau, mag diese webseite und beneidet uns in deutschland deswegen, aber www.gay.ru und so weiter gibt es auch.
wenn ihr solche sachen "... gay und russland.." nur einfach übernehmt, ohne links, ohne backround kommt das sehr falsch an. die russen leben schon frei.

freier als die amis in ihren ländlichen gegenden.



enchantedpdm , 30.04.2011
CSD-Verbot in Moskau
Zum Verbot des Moskauer CSD am internationalen Tag gegen Homophobie
erklärt Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und
menschenrechtspolitischer Sprecher:

Das Menschenbild in der russischen Politik ist geprägt von der Maxime
der Ungleichwertigkeit. Die Prinzipien des Rechtsstaat werden von den
politischen Eliten des Landes außer Kraft gesetzt.

Der Europäische Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) hatte erst im
Oktober 2010 die Versammlungsfreiheit und die Rechte von Homosexuellen
in Russland gestärkt. Das bisherige CSD-Verbot in Moskau war unter allen
Gesichtspunkten diskriminierend und rechtswidrig. Es verstieß gegen die
Versammlungsfreiheit, gegen die Meinungsfreiheit und den
Gleichheitsanspruch von Lesben und Schwulen.

Dass von staatlicher Seite der CSD nun verboten wird, weil man nicht für
die Sicherheit der Teilnehmer garantieren könne, ist eine Farce. Ein
Staat, der mit einem gigantischen Sicherheits- und Militärapparat
Menschen zu hunderten verschwleppen, foltern und ermorden lassen kann,
will seine Minderheiten nicht schützen. Er könnte aber, wenn er nur
wollte. Stattdessen zahlt die Russische Föderation lieber nur die
Strafen, zu denen sie der EGMR verurteilt, ohne die Grundsätze der
Urteile im weiteren zu beachten.

Auch international sind Lesben und Schwule häufig Anfeindungen und
Gewalt ausgesetzt. In großen Teilen Süd- und Mittelamerikas sind
Hetzjagden und Morde an schwulen Männern Alltag. In Uganda konnte
vergangene Woche verhindert werden, dass dort die Todesstrafe für
Homosexuelle eingeführt wird. Selbst in Europa wird die Meinungsfreiheit
von Schwulen und Lesben immer wieder mit Füßen getreten. Ob in Vilnius,
Minsk oder Moskau – das Eintreten für die Menschenrechte und gegen
Homophobie bleibt eine Herausforderung, die uns alle angeht.

Zum Hintergrund: "Am Tag gegen Homophobie: Moskau verbietet CSD" auf Queer.de
volkerb , 17.05.2011
Schwulenparade in Moskau - Gewalt gegen Homosexuelle
Bei einer nicht genehmigten Schwulenparade in Moskau ist es am Samstag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrationsteilnehmern und Anhängern einer ultraorthodoxen Gruppe gekommen. Die Polizei löste die Veranstaltung gewaltsam auf und nahm zahlreiche Menschen fest. Unter den vorübergehend Festgenommenen waren auch bekannte Schwulenrechtler aus den USA und Frankreich.


Ein homosexueller Aktivist (links) sieht sich in Moskau homophober Gewalt ausgesetzt. Foto: AFP
Die Teilnehmer der Parade schwenkten Regenbogenfahnen und trugen Schilder mit Aufschriften wie "Russland ist nicht Iran". Nahe des Kremls wollten sie einen Kranz auf dem Grab des Unbekannten Soldaten niederlegen; die Polizei hatte die Gegend jedoch bereits im Vorfeld abgeriegelt. Als sie sich der Stätte näherten, griffen orthodoxe Fundamentalisten die Demonstranten an, wie die AFP-Korrespondentin berichtete. Daraufhin schritt die Polizei ein und trennte beide Parteien gewaltsam. Ein Polizeisprecher sagte im Radio, dass 34 Aktivisten festgenommen worden seien. Die meisten von ihnen wurden am Abend nach Angaben der Organisatoren wieder freigelassen.

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Studie: Schwul am Arbeitsplatz
Unter dem Titel "Out im Office?!" hat die Universität Köln im Jahr 2007 2230 Arbeitnehmer zu den Erfahrungen mit ihrer Homosexualität am Arbeitsplatz... mehr
Die Anhänger der religiösen Gruppe trugen schwarze Kleidung und hielten christlich-orthodoxe Kreuze hoch. Einer von ihnen zerriss ein Bild des britischen Popstars und bekennenden Homosexuellen Elton John. Unter den Teilnehmern der Schwulenparade waren überwiegend junge Leute, die unter anderem "Russland ohne Homophobie" riefen. "Wovor wir wirklich Angst haben, sind die Homophoben und Neonazis, die angekündigt haben, herzukommen und uns zusammenzuschlagen", sagte ein Aktivist der Nachrichtenagentur AFP. "Anstatt diejenigen festzunehmen, die Unruhe stiften, will die Polizei uns festnehmen."

Der französische Schwulenrechtler Louis-George Tin sagte AFP telefonisch, dass er gemeinsam mit fünf Russen und zwei US-Bürgern festgenommen worden sei. Der britische Schwulenaktivist Peter Tatchell sagte, er habe sich befreien können, als die Polizei versucht habe, ihn festzunehmen. Zugleich erklärte er, vor dem Sitz des Bürgermeisters Polizeibusse gesehen zu haben, in denen Menschen saßen, "die aussahen wie Skinheads und Neonazis". Es sei davon auszugehen, dass ein Großteil der ebenfalls aufgetauchten Neonazis in Wirklichkeit verdeckte Polizisten waren.

Schwulenparaden sind in der russischen Hauptstadt verboten. Bei einem ersten Versuch von Aktivisten im Jahr 2006, trotz des Verbots eine Parade zu organisieren, waren etwa 120 von ihnen festgenommen worden. Die Moskauer Stadtverwaltung kündigte auch diesmal im Vorfeld an, keine Nachsicht mit Aktivisten zu zeigen, die vor dem Kreml protestierten. Menschenrechtler werfen der Moskauer Polizei immer wieder vor, nachsichtiger mit nationalistischen Gruppen umzugehen als mit Demonstranten für die Rechte von Minderheiten.
carbo , 29.05.2011

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