Aufruf zur Teilnahme an Gedenkveranstaltung

Das Bündnis Faires Brandenburg unterstützt den Aufruf des LSVD, den Opfern des KZ - Sachsenhausen am 17.04.2011 zu gedenken.  Wir finden es wichtig, diesen Tag mit der LSBT – Community, der Politik, gesellschaftlichen Multiplikatoren und den Menschen zu begehen, um so "ein Vergessen" der Opfer des KZ - Sachsenhausen, niemals zuzulassen.

Das Bündnis FAIRES Brandenburg fordert aus diesem Anlass die Brandenburgische Landesregierung auf, alles dafür zu tun, das Konzept Geschichtspark Klinkerwerk endlich umzusetzen. Im 66.Jahr der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen, steht die Landesregierung in der Pflicht, ihr Wort zu halten und mit der Umsetzung des Konzeptes Geschichtspark Klinkerwerk, für eine würdige Erinnerung am Ort des Grauens Sorge zu tragen. Im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen fanden die ersten gezielten Mordaktionen der SS gegen die Gruppe Homosexueller Männer im Sommer `42 statt. Seit Jahren fristet das Klinkerwerk ein, ohne einen dem Ort und seiner Geschichte angemessenen Würde, trostloses Dasein.

 

Das Bündnis FAIRES Brandenburg wird sich ach weiter für die Umsetzung des Konzeptes Geschichtspark Klinkerwerk einsetzen, so Martina Wilczynski Vorsitzende des Landesverbandes.


Wir rufen alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter der LSBT - Community in Brandenburg an den Gedenkveranstaltungen aus Anlass des 66. Jahrestages der Befreiung des KZ Sachsenhausen teilzunehmen!


Lebenswege Homosexueller im „Dritten Reich“ 66. Jahrestag der Befreiung des KZ Sachsenhausen am 17. April 2011

Am Sonntag, dem 17. April 2011, veranstaltet die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ab 14 Uhr eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 66. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Im Rahmen der Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. auch in diesem Jahr wieder eine Gedenkfeier für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen statt.

 

Die Gedenkfeier ist dem Musiker Fritz Oswin Dieg und dem Dachdecker Rudolf Brazda gewidmet. Dieg und Brazda stammen aus der thüringischen Kleinstadt Meuselwitz, wo beide Anfang der dreißiger Jahre ihr homosexuelles Coming-Out erlebten. Während Brazda mit seiner Homosexualität bemerkenswert offen umging und sie auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kaum versteckte, war Diegs Entwicklung von Selbstzweifeln und Ängsten geprägt. Als die nationalsozialistische Homosexuellenverfolgung 1937 auch Meuselwitz erreichte, gerieten beide ins Visier der Verfolgungsbehörden. Nach einer dreijährigen Zuchthausstrafe wurde Dieg 1941 ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Brazda kam nach zwei Gefängnisstrafen 1942 ins KZ Buchenwald. Während Dieg das Konzentrationslager nur wenige Monate überlebte, erlebte Brazda 1945 die Befreiung von Buchenwald. Er ist heute 97 Jahre alt und der wohl letzte Überlebende, der wegen Homosexualität in einem Konzentrationslager inhaftiert war.

 

Die Gedenkfeier findet am ehemaligen Krankenbau in der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg statt, wo Dieg am 27. Mai 1941 ums Leben kam. Alexander Zinn, Mitglied im Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, wird eine Rede halten. Musikalisch begleitet wird die Gedenkfeier vom Chor „Männer-Minne“. Im Anschluss findet an der „Station Z" eine zentrale Gedenkfeier für alle NS-Opfer mit einer Kranzniederlegung statt.

 

Gedenkstätte Sachsenhausen, Sonntag, 17. April 2011

Ort: Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

14.00 Uhr, Haupttor: Begrüßung durch Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung

Brandenburgische Gedenkstätten

14.20 Uhr, Krankenbau: Gedenkfeier für die Rosa-Winkel-Häftlinge

Ansprache: Alexander Zinn, Mitglied im Beirat der Stiftung Brandenburgische

Gedenkstätten. Musikalische Begleitung: Chor „Männer-Minne“

15.00 Uhr: Kranzniederlegung im Zellenbauhof - Tafel für die homosexuellen Opfer

15.30 Uhr: Zentrale Gedenkveranstaltung an der „Station Z"

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