image2CSD Brandenburg 2011 | Dr. Elisabeth Schroedter Liebe Freundinnen und Freunde der Regenbogenfamilien!
 „Ich bin nicht so, wie Du mich haben willst“! Diese Aussage voller Selbstbewusstsein, ist aus meiner Sicht ein hervorragend geeignetes Motto für den CSD in Brandenburg. Es schwingt in ihr ein wenig das „TROTZDEM“ mit. TROTZ des Anwachsens der Homophobie in den vergangenen Wochen und Monaten feiern wir den fröhlichen Marsch der Toleranz, hissen die Regenbogenfahne und tanzen auf dem Tulpenfest. Ich wäre gern dabei. Leider werde ich heute bei einer großen Veranstaltung in Bonn zum Thema Gleichberechtigung in der ökologischen Wirtschaft referieren und das lässt sich wegen der großen Entfernung leider nicht mit der CSD-Auftaktveranstaltung in Potsdam vereinbaren.  Ich hoffe sehr und wünsche Euch, dass der Marsch und das Fest denen Mut gibt, die in den Schulen und auf ihren Arbeitsstellen unter dem offenen und versteckten Mobbing leiden: Sie sind nicht allein, wenn sie sich zu ihrem Körper und zu ihrem ICH bekennen. Es kann auch sehr schön sein.

UND ES MUSS ENDLICH NORMAL WERDEN, dass sich jeder und jede zu sich und seinem und ihrem Körper und seiner und ihrer Identität bekennen kann, und zwar ohne Angst zu haben, gemobbt und ausgegrenzt zu werden. Ich hoffe und wünsche mir, dass Eltern zu ihren Kindern stehen, wenn sie sich outen. Genauso hoffe und wünsche ich mir, dass Freunde zu ihren homosexuellen Freunden stehen, wenn sie sich outen. Wir dürfen es nicht zulassen, dass in unserer Gesellschaft Menschen, die anders sind, ausgegrenzt werden. Ich hoffe und wünsche mir, dass auch in diesem Jahr der CSD in Brandenburg wieder Freunde und Freundinnen dazu gewinnt, die für eine tolerante und inklusive Gesellschaft mitkämpfen. Das New York von 1969 ist heute in Brandenburg: Wir stehen auf gegen die weitverbreitete Homophobie unter Jugendlichen und das Schweigen von Pädagogen und Politiker und Politikerinnen dazu. Ich freue mich, dass es gelungen ist, die Universität Potsdam für Toleranz zu
öffnen und dass endlich auch die Universitätsleitung über ihren Köpfen die Regenbogenflagge wehen sehen möchte! Bewusstseinswandel ist möglich! Die Botschaft der Flagge kann selbst versteinerte Herzen brechen und in ein ignorantes Umfeld Menschenwürde einziehen lassen.
Ich hoffe und wünsche mir, dass die CSDs 2010 deutschlandweit dazu beitragen kann, die massive Blockade der Bundesregierung gegen die fünfte Antidiskriminierungsrichtlinie der EU endlich aufzubrechen, damit den Opfern von Diskriminierung in vielen Feldern des Alltagslebens das ihnen zustehende
Recht nedlich bekommen und die gesellschaftlich Verantwortliche verpflichtet werden, sich im Kampf gegen Diskriminierung zu engagieren.
Ich bin davon überzeugt, wir wünschen uns alle, dass die Würde von homosexuellen, bisexuellen und transsexuellen Menschen in das Grundgesetz
aufgenommen wird. Wir bleiben dran!

In dem Sinne wünsche ich Euch einen fröhlichen und kämpferischen CSD!
Eure
Elisabeth Schroedter
Mitglied des Europäischen Parlaments
Regionalbüro Elisabeth Schroedter, MdEP
Grüne/EFA Fraktion im Europäischen Parlament
Unter den Linden 50 * Post: Platz der Republik 1
D-11011 Berlin
fon: 030-227 71508 * fax: 030-227 765

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