Brandenburg knackt den Jackpot

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jirka_minsk(Gaybrandenburg - Tabulose Rundschau) Von der Öffentlichkeit unbemerkt zog das Robert – Koch – Institut im Juni diesen Jahres endgültige Bilanz über die Zahlen gemeldeter HIV – Infektionen in Brandenburg für das Jahr 2009.

Mit 51 gemeldeten Fällen verdoppelten sich die HIV-Neuinfektionen im Vergleich zu 2001. Besonders 2008 und 2009 stiegen die HIV - Neuinfektionen rasant an. Die jetzt amtliche Zahl steht im krassen Widerspruch zur öffentlichen Wahrnehmung. Denn noch im Dezember 2009  spekulierte das Institut mit gerade einmal 35 Neuinfektionen für 2009. Das Wort Spekulation ist wörtlich zu nehmen. Denn tatsächlich sind die jährlich zum Welt - Aids - Tag kolportierten Zahlen eine reine Schätzung.

Dabei hätten einfache Nachfragen vor Ort ausgereicht, um sich ein realistischeres Bild von der Lage zu machen.  Da wäre Brandenburgs einzige HIV – Schwerpunkt – Ambulanz im Klinikum "Ernst von Bergmann", die anlässlich der Aidsgala Potsdam 2009, schon mit viel höheren Zahlen eindringlich um Spenden für die Aidshilfe Potsdam warb. Auch Katte e.V., der seit Jahren den HIV – Schnelltests für schwule Männer in Potsdam anbietet, warnte schon im Februar 2009 vor der Explosion der Fallzahlen in einer Potsdamer Tageszeitung.

Der dramatische Anstieg der Zahlen ficht aber die Verantwortlichen der Initiative Brandenburg gemeinsam gegen Aids nicht an. In der Einladung zur jährlich stattfindenden Fachtagung heisst es im Ton der Arglosen: "Die Zahlen des Robert Koch - Instituts (RKI) weisen in diesem Jahr für Brandenburg im Meldezeitraum bis 01.09.2010 keine weiteren Anstieg der HIV - Neuinfektionen auf. Bisher wurden 30 Neuinfektionen registriert." Aha. Bis 2007 waren 30 HIV - Neuinfektionen noch das Jahresmittel.

Aber derart beruhigt, ist es nicht verwunderlich, wenn die Politik des Landes pekunäres Desinteresse beim Thema signalisiert. Ist ja alles nicht so schlimm. So beruht fast die gesamte HIV/Aids - Arbeit im MSM - Bereich auf das ehrenamtlichen Engagement einiger Weniger. Die Gründung eines Landesverbandes der Aidshilfen - Grundvoraussetzung politischer Teilhabe, der in der Aids - Arbeit Engagierten und HIV - positiver Menschen - wird seit Jahr und Tag von Vorständen, ausgerechnet der beiden brandenburger Aidshilfen, verhindert. Für Prävention vor Ort wird nahezu gar kein Geld mehr ausgegeben. Die Ministerin, um die Lage nicht uninformiert, schweigt. Kein Wunder, die geschätzten und geratenen Zahlen haben Merhode. Mit dem organisierten Vertuschen der Realität,  lässt sich viel besser Geld einsparen!

 


Kommentar: Jirka Witschak

Foto: APP

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