Klaus Wowereit wäre ein guter Kanzlerkandidat

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Georg, haben Dich die teilweise heftigen homophoben Reaktionen auf die Äußerungen von Herrn Hähner überrascht?
Wir wissen schon lange über homophobe Ansichten innerhalb einiger Parteien in Sachsen. Die Äußerung des CDU-Mitglieds Kai Hähner, Homosexualität sei eine „Abnormität“, ist ein Ausdruck dieses Gedankenguts. Die Härte der Äußerungen hat mich im Ergebnis aber doch überrascht und besorgt. Bedauerlich ist hier vor allem die weitere Entwicklung: Herr Hähner hat sich bis heute nicht von seinen Aussagen distanziert. Auch innerparteiliche Konsequenzen innerhalb der CDU muss er offensichtlich nicht fürchten.

Der AK SCHWUSOS Sachsen hat für 2012 den Bundeskongress der SCHWUSOS nach Leipzig geholt. Das gefällt nicht allen in der SPD Sachsen, wie man hört.
Soweit ich das einschätzen kann, ist zahlreichen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten unser Engagement sehr wichtig. Das spüre ich aus den Rückmeldungen der Parteibasis. Zudem steht die sächsiche Parteiführung hundertprozentig hinter uns, bindet uns ein und unterstützt unsere Arbeit. Ich sitze für die Schwusos mit beratender Stimme im Landesvorstand der SPD Sachsen und treffe dort immer auf interessierte Menschen. Die Zusammenarbeit mit der Landtagsfraktion ist überaus produktiv, wie auch eine Anhörung anlässlich des CSD in Dresden gezeigt hat.
Natürlich ist die SPD eine Volkspartei, in der zahlreiche Themen und Ansichten zusammentreffen. Da sind dann auch hin und wieder Vorbehalte zum Thema Homosexualität zu hören. Meist beruhen diese vermeintlichen Ressentiments aber auf Unwissenheit. Gerade jene, die im eigenen Bekanntenkreis keine lesbischen oder schwulen Freunde haben, begleitet häufig eine gewisse Skepsis. Nach einigen Gesprächen legt sich das aber zumeist. Mir ist innerhalb der sächsischen SPD kein einziger Fall bekannt, der solche menschenverachtende Äußerungen beinhaltet wie die Aussagen des CDU-Mitglieds Hähner.Übrigens ist die Arbeit der Schwusos genau aus diesem Grund so wichtig. Und das werden wir auch auf dem Bundeskoordinierungstreffen der Schwusos in Leipzig zeigen.

Noch einmal nachgefragt: Wer öffentlich schwul ist und Politik machen will muss stärkere Nerven haben und durchsetzungsfähiger sein als andere?

Starke Nerven und Durchsetzungsfähigkeit sind generell Charaktereigenschaften guter Politiker. Insofern ist das kein notwendiges Alleinstellungsmerkmal von homosexuellen Politikern. Ich kann jetzt nur für die SPD sprechen: Würde ich in einer Bewerbungsrede für ein politisches Mandat über meine eigene Homosexualität sprechen, hätte das nur geringe Auswirkungen auf mein Wahlergebnis. Für die meisten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist das heute Normalität. Und das ist ja schließlich eine gute Entwicklung.

Mal Hand aufs Herz. Klaus Wowereit als nächster Kanzlerkandidat? Hätte er Chancen?

Klaus Wowereit hätte gute Chancen, nicht weil er schwul ist, sondern weil er in Berlin gute Politik macht. Er wäre sicher auch ein guter Kanzlerkandidat – aber schwul zu sein bedeutet eben nicht automatisch auch gute Politik zu machen, denken wir nur an Guido Westerwelle.
Jetzt gilt es aber für Klaus Wowereit erstmal die Wahlen 2011 in Berlin zu gewinnen und dabei wollen ihm die Schwusos tatkräftig unter die Arme greifen!

Georg Teichert ist Landesvorsitzender des AK SCHWUSOS Sachsen und stellvertretender Bundesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos)

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