Gaybrandenburg: Kiss In zum Tag gegen Homophobie

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Tag gegen Homophobie - Bildergalerie(Maerkische Allgemeine Zeitung) Mit einer Kuss-Aktion haben junge Leute gestern am Luisenplatz gegen Diskriminierung von schwulen, lesbischen und transsexuellen Menschen protestiert. Zum „Kiss In“ kamen neben zwei Dutzend Jugendlichen im Schulalter einige schwule Zaungäste und zwei bekannte Vertreter der organisierten Schwulen- und Lesbenszene der Stadt: Jirka Witschak vom Katte e.V. und Martina Wilczynski vom Bundesvorstand des Schwusos-Arbeitskreises der SPD. Witschak glaubt, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung gleichgeschlechtlich sind, sich aber nur ein verschwindend kleiner Teil dazu bekennt; bundesweit soll die Dunkelziffer bei 90 Prozent liegen. „Die Masse lebt versteckt, sucht Kontakte im Internet und findet dort geheime Treffpunkte“, erzählt Witschak, der beim Katte e.V. immer mehr Beratungsgespräche führt: „Viele Eltern haben kein Verständnis für die Andersartigkeit ihres Kindes, mobben das Kind, ekeln es aus dem Haus.“ Das Ergebnis ist eine wachsende Zahl nomadisierender Jugendlicher ohne feste Bleibe. Witschak hatte ein 15-jähriges Mädchen in der Beratung, die vom Vater wegen ihrer lesbischen Lebensart drangsaliert wurde, floh, wochenweise bei Freundinnen übernachtet und ihre Wechselwäsche beim Verein „parkt“.  „Dieses Versteckspiel kostet viel, viel Kraft“, sagt Wilczynski der MAZ, „und verbiegt die Persönlichkeit.“ Nach Witschaks Auffassung müsste es auch für solche Menschen Fluchtwohnungen geben. Und Wilczynski wünscht sich, dass der homosexuelle Bundesaußenminister Guido Westerwelle endlich klar Partei ergreift für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Die stehen in einigen Ländern unter Strafe: in Russland, Weißrussland, China, Kenia und Burundi. In Nigeria steht darauf gar die Todesstrafe, in Uganda bald auch; dagegen gab es gestern in Berlin Proteste vor der ugandischen Botschaft. Selbst in Deutschland ist das Mobbing gegen diese Menschen verbreitet und „schwule Sau“ eine gängige Beschimpfung. Witschak zufolge ist die Rate der Selbstmordversuche bei Gleichgeschlechtlichen viermal höher als bei heterosexuellen Menschen.
Datum: 18. Mai 2010
Autor: Rainer Schüler
Foto: Jirka Witschak
Mit freundlicher Genehmigung der Maerkischen Allgemeinen Zeitung

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