Wenn einem das Herz bis zum Hals schlägt...

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Wenn_einem_das_Herz_bis_zum_Hals_schlgtAm 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Der 17. Mai wurde daraufhin zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen.

Miss Cherry Moonlight (Foto) macht sich seit nunmehr genau einem Jahr stark für die Arbeit der Aidshilfe Lausitz. Das 'besondere Aushängeschild' des Cottbuser Vereins sammelt Sympathien, bietet jodoch auch eine besondere Angriffsfläche: Ein Mann in Frauenkleidern, eine Tunte... mitten in der Lausitz, und in aller Öffentlichkeit. Cherry Moonlight hat für gaybrandenburg.de ihre Homophobie-Antennen ausgefahren und dabei einiges erlebt:

Der Internationale Tag gegen Homophobie wird wohl noch einige Tage international und allgegenwärtig sein müssen. Wer traut sich schon, offen den schwulen oder lesbischen Typ zu zeigen, der er/sie ist. Zu gefährlich - zu wenig Schutz - zu lieb ist einem das Gesicht, als das man es sich zerschlagen lassen möchte.

Wenn ich des Nachts in Begleitung zur Rainbow Party die Bahnhofstraße in Richtung Relaxxx unterwegs bin, gleicht das immer einem "Marsch der gemischten Gefühle". Klar fällt auf, wenn eine 1,95 Meter große Statur in Highheels und roter Tasche im weißen Outfit auf dem Bürgersteig läuft - klar schaut man hin. Wofür man läuft, das bemerken jedoch die wenigsten.

Vom entgegenkommenden älteren Pärchen, was leicht grinst oder liebevoll nickend zustimmt, bis "ihr alten Schweine".....oder "schwuuuul" aus vorbeifahrenden röhrenden Vierrädern mit Auspuff dran - man erlebt alles auf Cottbuser Straßen. Die "charmantesten" jungen Männer habe ich jedoch auf dem WELT-AIDS-Tag in der Cottbuser Spree Galerie kennen gelernt. Selbst zu dritt dort in die unterste Etage zu gehen, um sich kurz frisch zu machen, will gut geplant sein und mit Vorsicht geschehen. Ein Rudel junger Mannbarkeitsbrüstler hätte uns beinahe 'zusammengefaltet', wäre nicht spontan eine Rolltreppe so freundlich gewesen, sich ihnen in den Weg zu stellen.

Mein Motto: Ignorieren und weiterlaufen. Das hat mich bis zum heutigen Tage immer gerettet. Diese Bilder bleiben lange Zeit in meinem Kopf und ich frage mich, ob die Schreihälse noch so denken, wenn eines Tages der weiße Flur des Krankenhauses ihren Alltag säumt. Und wenn Maschinen und Medikamente die einzige Quelle ihres Lebens sein werden. Ich wünsche keinem diese Seuche HIV/AIDS. Aber ich wünsche den Menschen mehr Klarheit in den Gedanken, mehr Geist am richtigen Fleck und mehr Respekt vor den Menschen, die sich ehrenamtlich für eine gute Sache einsetzen.

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