Die Welt schaut auf Berlin: Ist AIDS jetzt plötzlich heilbar?

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Facharzt der Berliner Charité nimmt Rückenmarks-Transplantation an einem HIV positiven Leukämie- Patienten vor / im Ergebnis ist das HI-Virus seit zwei Jahren nicht nachweisbar

BERLIN (ron) Die Welt gerät beinahe aus den Fugen als die 'Bild'-Zeitung meldet: "Sensation! Berliner Arzt heilt einen Aids-Kranken". Gespannt schauen Fachleute vieler Nationen auf das Vorzeige- Klinikum der Hauptstadt. Hier soll das Wunder geschehen sein: Der Charité- Hämatologe und Onkologe Gero Hüttner hat einen HIV-positiven Patienten eher zufällig von seinem Virus befreit. Das ist offenbar schon vor zwei Jahren geschehen. Seit dem wäre das HI-Virus nicht mehr nachweisbar gewesen.

Vorsichtig relativiert die Charité heute (12.11.) bereits die Darstellung, Aids sei nunmehr heilbar. "Bei bestimmten Krankheiten können wir nie prophezeien, dass etwas wirklich verschwunden ist...", kommentiert Hüttners Kollege Andreas Kirsch den Sachstand vor der Presse.

'Bild' hatte sich auf einen Wissenschaftsbericht des 'Wall Street Journals' berufen, wonach ein 42jähriger US-Amerikaner, der in Berlin lebt, sowohl an Leukämie erkrankt, als auch mit HIV infiziert gewesen sei. Um den Blutkrebs zu therapieren, führte das Universitätsteam um Gero Hüttner eine Rückenmarks- Transplantation an dem Patienten durch. Dafür wurde im Vorfeld nach einer speziellen Rückenmarksspende gesucht, die eine zellspezifische Besonderheit aufweist: Eine Mutation namens CCR5. Dahinter verbirgt sich ein Rezeptor, der die Einschleusung des HI-Viruses in einen Zellkörper verhindern kann. Nach aktuellen Schätzungen von Experten tritt diese Mutation gegenwärtig bei etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung auf. Erst die Entdeckung dieses begünstigenden Defektes führte in den vergangenen Jahren zu einer Erklärung, warum sich bestimmte Frauen und Männer trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht mit HIV infizieren.

Tatsächlich konnten beim Patienten seit der Transplantation des Rückenmarks keine immunschwächenden Zellen mehr gefunden werden (Bild-Zeitung: "600 Tage kein HIV mehr"). Dieser Einzelfall bedeute jedoch nicht, so Kirsch, dass damit nun eine Heilung von Aids möglich werde. Eine die Infektion auslöschende Kur sei nicht zu konstatieren. Möglicherweise seien erkrankte Zellen irgendwo im Körper des Patienten zurückgeblieben. Kirsch sieht hinter dieser Operation jedoch einen ganz anderen Erfolg: "Jetzt läßt sich das Verdikt, HIV-Infizierten die Möglichkeit einer Organ- Transplantation zu verweigern, nicht mehr aufrecht erhalten." Und das sei ein schöner Gewinn an Humanität.

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