Energie und Spannung bleiben

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(Gaybrandenburg – Aktuell) Brandenburg macht nach turbulenten Monaten Schluss mit der CSD – Saison 2010.  Zum Finale am 17. Juli laden mehrere Vereine und Gruppen nach Cottbus ein. In Konkurrenz zu deutschlandweit 7 Städten und dem Europride in Warschau setzten die Organisator_innen auf die Rainbowparty im Jugendkulturzentrum Gladhouse und warten dort mit einem aufgepeppten Programm auf. Highlight ist die balladige Rockbardin Caró, die auf vielen schwulen – lesbischen Events deutschlandweit schon zu erleben war.

Im Vorfeld am 12. Juli organisiert die neu gegründete  Studenten_innengruppe Queer – BTU eine Ausstellung mit Ergebnissen Diversity – Management – Projektes  „Schluss mit Vielfalt?“. Im Anschluss hisst Universitätspräsident Prof. habil Walther Zimmerli gemeinsam mit den Teilnehmern die Regenbogenflagge anlässlich des CSD Cottbus.

In seinem Grußwort zum CSD Cottbus betont der SPD – Oberbürgermeister Frank Szymanski: „Unsere Stadt soll ein Ort des friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlichster Herkunft, verschiedener Religionen und Weltanschauungen und sexueller Orientierungen sein.
In dieser weltoffenen Atmosphäre ist uns der Christopher Street Day herzlich willkommen. Gemeinsam werben wir für Toleranz und Gleichberechtigung.“
 Schwule und lesbische Geschichte nicht vergessen

Dass in diesem Jahr der zweite CSD in Cottbus stattfindet, wie die Macher_innen betonen stimmt nur bedingt. Denn eine bunte und vielfältige homosexuelle Szene gab es schon Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Erinnert sei hier an Namen wie Falk Scholz, André Keppler, Kitty Jentzschke oder Thomas Herbig. Diese und viele andere organisierten in dieser Zeit den CSD Cottbus/ Brandenburg oder das erste und einzige schwul - lesbische Kulturfestival Brandenburgs. Stargäste damals Andreas Dorau und Boy Georg himself. Letzterer wurde extra aus London nach Berlin eingeflogen, um dann das letzte Stück Weg mit einer  Riesenlimousine in die Lausitzmetropole hinterm Spreewald bewegt zu werden. Niemand fragt heute mehr nach den Kosten.

Übrigens fanden die ersten Rainbowpartys in einem Etablissement namens RESI statt. Diese Lokalität war nicht mehr und nicht weniger als eine Kleingartenkneipe. Wie diese eher baufällige Baracke, direkt neben den Gleisen der Deutschen Bahn, die wilden Partys so lange überleben konnte, bleibt bis heute ein Rätsel.

Auch Namen wie Gabriele Kerntopf fallen, wenn man an diese Zeit erinnert. Bis 2003 residierte die Leiterin der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange des Landes Brandenburg in Cottbus. Aber auch diese Einrichtung konnte den Niedergang der Cottbusser Szene Ende der 90er Jahre nicht verhindern. Nur die Rainbowparty seit langer Zeit vom Gladhouse beherbergt und veranstaltet scheint überlebt zu haben. Erst mit Betty Bond fand diese Party seit Ende letzten Jahres ihre Zielgruppe wieder und erlebte einen neuen Aufschwung.

Inzwischen gibt es auch wieder eine Aidshilfe Lausitz, die sich 2007 gründete. Mitte der 90er Jahre ging die erste Aidshilfe in dieser Region im "Landesverband" AndersARTiG e.V. auf und damit gnadenlos unter.

Durch die übergreifende Vereinsarbeit scheinen sich neue Strukturen in der Homosexuellen – Szene zu entwickeln. Nach der CSD – Saison ist vor der CSD – Saison. Dabei bleibt abzuwarten, wie der inzwischen sprichwörtliche Brandenburger Streit aufgelöst wird. Es wird spannend bleiben.

Datum: 7. Juli 2010
Text: Adolar

 

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