Homo- und Frauenhasser sind keine geeigneten Toleranzbotschafter

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MANEO-Projektleiter Bastian Finke: „Als zweifelhafter Botschafter der Toleranz wurde nach Bushido nun auch Muhabbet geoutet. In Muhabbets Vergangenheit finden sich schwulenfeindliche, sexistische, frauenverachtende und gewaltverherrlichende Äußerungen. Bisher hat er sich nicht von diesen abstoßenden Hetzparolen distanziert. Damit ist er kein gutes Beispiel für Gleichstellungs- und Integrationsbemühungen."

MANEO sieht die Glaubwürdigkeit der Integrations- und Gleichstellungspolitik der Bundesregierung gefährdet. Nach dem Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Amtskollege Bernard Kouchner gemeinsam mit dem umstrittenen Rapper Muhabbet am vergangenen Wochenende medienwirksam eine CD mit dem Titel „Deutschland" aufgenommen hatte, kursierten in der Presse Berichte, die deutliche Risse im Bild des „Botschafters der Toleranz" erkennen lassen. Nicht nur in seinem im Internet zeitweilig frei verfügbaren Song „Im Westen" hetzt Muhabbet unverhohlen gegen Schwule, und verstößt damit gegen alle öffentlichen Toleranzbekundungen, sondern auch während der Preisverleihung des „Prix Europa" soll er mit drastischen Äußerungen den Mord an dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh gebilligt haben. Steinmeier wollte sich Medienberichten zufolge auch nach Bekanntwerden der Äußerungen Muhabbets nicht von dem Sänger distanzieren, auch von anderer Seite erfolgte kein politischer Einspruch.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Es ist unverständlich, dass Vertreter der Bundesregierung ihre Integrationspolitik mit Schwulen- und Frauenhassern voranbringen wollen. Offensichtlich wurden hier die Partner mit wenig Sorgfalt für gesellschaftliche Diskussionen ausgesucht. Es wäre ein Skandal, wenn antischwule und sexistische Parolen nur mit einem Achselzucken abgetan würden. Es entsteht der gefährliche Eindruck, diese Formen vorurteilsmotivierter Hassgewalt seien weniger schlimm als Rassismus. Das wäre ein fatales Signal, denn jede Form von Hassgewalt bedroht Grundwerte unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass klare und öffentliche Bekenntnisse zur Pluralität und Freiheit unserer demokratischen Gesellschaft folgen. Öffentliches Schweigen dazu wirkt verheerend."

In seinem Song „Im Westen" (http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.superlyrics.de%2F314569%2Fsongtext%2Fa%2Fa.html), den er gemeinsam mit seinem Bruder aufgenommen hatte und unveröffentlicht blieb, jedoch bis vor kurzem auf YouTube frei verfügbar war, singt Muhabbet gemeinsam mit seinem Bruder (bürgerlich: Murat und Levent Ersen) u.a.: „..Diese Stadt [Anmerk.: Köln] ist voller Schwuchteln und Schlampen / oberflächlicher Ottos und richtig linken Ratten / kommst du in diese Stadt findest du Menschen dieser Arten..." und „...hier gibt es hunderttausend und noch mehr Opfer / Fickfressen, Faggots [Anmerk: „Schwuchteln", amerikanischer Slang] Bitches schwuchteln euren Kopf leer...". Außerdem sind Gewaltandrohungen zu hören: „...Denn ich weiss der Hund der bellt ist der Hund der niemals beisst / ich bin der der schweigt und dir das Messer zeigt / nachdem ich zugestochen habe, warne dich: geh nich zu weit! / Kill dich denn für Fotzengelaber hab ich keine Zeit / In der Hauptstadt der Schwulen, dem deutschen Holywood / Lebt jeder nach dem Trend der Medien und Clubs / Ihr seid meinungslose Zombies und geistig schon kaputt...".

 

Muhabbet ist nicht der erste Botschafter einer Schein-Toleranz. Auch Bushido hat bereits medienwirksam Gewalt angeprangert und im nächsten Atemzug wieder Minderheiten verhöhnt. Diese vermeintlich legitime „(Jugend-) Kultur" oder „Kunst" zu verteidigen und die Widersprüche zu ignorieren oder zu verharmlosen, entwertet und sabotiert das Engagement all jener, die sich ernsthaft um Gleichstellung und Integration bemühen.

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