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LINKEN-Sozialministerin Golze streicht Mittel für Trans*Selbsthilfe


"Zu sich selbst zu finden, ist schon schwer genug; es zu erkennen; zu sich stehen zu können; den teils heftigen Angriffen anderer Menschen widerstehen zu können und nicht daran zu zerbrechen, ist ein noch viel schwerer Weg – denn der Traum von Toleranz in unserem Land ist nur ein Traum!" meint Trans*Frau Klara, die seit vielen Jahren regelmäßig die Potsdamer Selbsthilfegruppe Transistor besucht. Mit einiger Fassungslosigkeit, viel Wut und Trauer hat nicht nur Klara, sondern auch die 30 anderen Gruppenmitglieder, von der völlig überraschenden Ablehnung, der diesjährigen Förderung durch Ministerin Golze, erfahren. Diese genehmigt persönlich die Lottomittelanträge der Vereine. Wieder einmal spielt der Unterschied zwischen Lottomitteln und Projektmitteln, die alles entscheidende Rolle über das Wohl und Wehe eines LSBTI-Projektes im märkischen Flächenland vor den Toren Berlins.

Das zuständige Sozialministerium begründete diesmal seine Ablehnung, damit, dass "aus Lottomitteln keine auf Dauer angelegte Projektförderung erfolgen kann." Jirka Witschak, Vorstand im Trägerverein Katte e.V., kritisiert diese Entscheidung: "Es kann nicht sein, dass so wichtige Projekte für LSBTI-Menschen in Brandenburg jahrelang über Lottomittel finanziert werden, sie sich dann auch noch erfolgreich entwickeln und eben mal von heute auf morgen einfach nicht mehr gefördert werden!" Schon lange fordert der Verein eine dauerhafte Förderung aus Landesmitteln, die auch nicht teurer sein würde, als der bisherige Jahresetat aus Lottomitteln. Das der Verein von Lottomitteln weg will, hat auch einen anderen Grund, gibt Jirka Witschak zu. "Lottomittel sind wesentlich komplizierter, weil sie nicht ganzjährig beantragt werden können und sie angeblich keine Fixkosten, wie Mieten, abdecken dürfen. Unter diesen Bedingungen können eigentlich 80 Prozent aller LSBTI-Projekte in Brandenburg einpacken!" meint er weiter.

Dass das Transistor-Projekt, welches bisher transidenten Menschen einen monatlichen Stammtisch im Potsdamer La LEANDER und eine Gruppe mit einer therapeutischen Begleitung anbietet, erfolgreich ist, bleibt ohne Zweifel. Jannes Christopher Albu, der dieses Projekt 2008 ins Leben rief, war am Anfang ziemlich alleine. Trotzdem hielt er durch, weil er nicht glauben wollte, dass er der einzige Trans*mann in Potsdam ist. Der Erfolg stellte sich mit der Zeit und der unverwüstlichen Ausdauer von Jannes ein. Inzwischen bekommt er jährlich etwa 300 Beratungsanfragen von Psychologen, Ärzten und transidenten Menschen selbst. Nicht ganz ohne Stolz bemerkt er, dass sein Projekt jetzt über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und die Gruppe ständig zu anderen Veranstaltungen eingeladen wird. Großes Unverständnis erzeugt bei ihm die Begründung des Sozialministeriums für die Ablehnung. "Ich kenne genügend Projekte im Land, die auch auf Dauer angelegt sind und trotzdem mit Lottomitteln gefördert werden. Mein Eindruck ist, dass wir als Minderheit in der Minderheit nicht wichtig genug für Linken-Sozialministerin Golze sind. Anders kann ich, können wir, diese Entscheidung nicht verstehen."

"Alle, Ministerium und Ministerin, müssen sich im Klaren sein, dass es die einzige Anlaufstelle ist, die ein solch vielfältiges Angebot transidenten Menschen unterbreitet. Das Land muss Lösungen finden!" legt Witschak noch einmal nach. Auf eines weisen auch die Aktiven der LSBTI-Community hin: "Allenthalben wird im Land das Ehrenamt per gutgemeinter Worte in den Himmel gehoben, wenn es aber um finanzielle Unterstützung geht, scheinen Worte wie Schall und Rauch!"


 

Text: linius | gayBrandenburg
Foto: adolar | gayBrandenburg

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