BFB positioniert sich zum Rahmenlehrplan

rahmenlehrplan

lsbti* - Lebensrealitäten müssen an Brandenburger Schulen sichtbarer werden

Der vorliegende Entwurf eines Rahmenlehrplans Brandenburg - Berlin (Klassen 1-10) in der vorliegenden Anhörungsfassung (vom 28.11.2014) ist aus Brandenburger Sicht, ein Schritt in die richtige Richtung.  Der neue Rahmenlehrplan sollte aber mutiger und konzertierter die Brandenburger lsbti* - Lebensrealitäten und Bedarfe berücksichtigen, um so für ein diskriminierungsfreieres Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten, Nationalitäten und Weltanschauungen in Brandenburg zu sorgen. Die Behandlung und Berücksichtigung der Vielfalt von sexuellen Identitäten und selbstbestimmten Lebensentwürfen im Unterricht und im schulischen Alltag ist eine Chance für heranwachsende lsbti*-Jugendliche, eigene Lebenspläne und die zukünftige Lebensgestaltung besser zu reflektieren und umzusetzen.

Es wäre auch eine Chance, die Neugier der hetero-normativen Mehrheitsgesellschaft an nicht-heterosexuellen Themen zu befördern, welche durch eine zunehmende Berichterstattung in Medien und durch gelebte Vielfalt in den Städten und Gemeinden Einzug gehalten hat. Die vorliegende Anhörungsfassung bleibt weit hinter den Möglichkeiten, die die Länder Berlin und Brandenburg bieten könnten, zurück.

Obwohl die Schulgesetze in Berlin (SchulG § 12 (7)) und Brandenburg (SchulG § 12 (3)) die Einbeziehung gesellschaftlich relevanter Gruppen vorschreiben, wurde dies von der Rahmenlehrplankommission nicht hinreichend umgesetzt. Das Bündnis faires Brandenburg e.V. fordert als Landesverband von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*Menschen deshalb gleichlautend mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) und der GEW - Schwule Lehrer, dass dies nachgeholt wird.

Der derzeitige Entwurf für einen Rahmenlehrplan steht im Widerspruch zum Beschluss des Abgeordnetenhauses „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ sowie den Ergebnissen einer in diesem Rahmen beauftragten Studie zur Akzeptanz sexueller Vielfalt an Schulen. Der LV Bündnis faires Brandenburg e.V. hatte die Hoffnung, dass die bisherigen Berliner Erfahrungen, eine Verminderung der erheblichen Defizite bei der Thematisierung von nicht-heterosexuellen Lebensweisen an Brandenburger Schulen, bewirken. Erfolge der Nachbarn werden nach dem derzeitigen Stand nicht genutzt, sondern beseitigt.

Forderungen des LV Bündnis faires Brandenburg

* Der LV Bündnis faires Brandenburg e.V. fordert, die Herbeiführung eines Dialoges zwischen Rahmenlehrplankommission und lsbti*-Verbänden aus Berlin und Brandenburg, um eine angemessene und diskriminierungsfreie Implementierung von lsbti* - Lebensrealitäten in den neuen Rahmenlehrplan (Klasse 1-10) der Bundesländer Berlin und Brandenburg zu ermöglichen.


* Der LV Bündnis faires Brandenburg e.V. fordert, dass die schulische Sexual- und Gesundheiterziehung als fächerübergreifende Aufgabe verbindlich im neuen Rahmenlehrplan verankert wird. Dabei darf die Aufzählung von Diversity-Dimensionen und Diskriminierungsmerkmalen, wie die Merkmale sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität nicht fehlen.


* Der LV Bündnis faires Brandenburg e.V. fordert, dass die Lehrkräfte insbesondere im Bundesland Brandenburg in die Lage versetzt werden, diskriminierungsfrei, wertschätzend und hilfreich den lesbischen, bisexuellen, transidenten, und schwulen Schülerinnen und Schülern zur Seite zu stehen und ein/e Partner*in für ein selbstbewusstes Coming-out zu sein.

 


Ausführliche Begründung...


 

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