Vilnius (Litauen)

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Lesben und Schwule in Litauen leben in einem Klima der Ablehnung. Jahrelang versuchte die Regierung eine gesetzliche Gleichstellung für homosexuelle Paare zu verhindern und die öffentliche „Förderung von Homosexualität“, insbesondere bei Kindern, gesetzlich zu verbieten. Dies wurde damit begründet, dass die „Konfrontation mit einem positiven Bild homosexueller Beziehungen“ sich negativ auf die „körperliche, geistige und vor allem moralische Entwicklung Minderjährige” auswirken würde.

Das aggressive gesellschaftliche Klima sorgte auch dafür, dass die 300 Teilnehmenden des Baltic Pride im Jahr 2010, durch 2.000 Gegendemonstranten angegriffen wurde. Die Polizei löste aufgrund der Gewalt und der Heftigkeit der Angriffe die Gegendemonstration auf. Nur zwei Tage vor der Veranstaltung, hatte das Litauische oberste Verwaltungsgericht das ursprüngliche Veranstaltungsverbot aufgehoben.

Zahlreiche Parlamentarier aus anderen EU-Mitgliedstaaten und des EU-Parlaments selbst, setzten sich für die Rechte von Lesben und Schwulen in Litauen ein. Einige von ihnen taten dies auch direkt vor Ort, indem sie an der Parade teilnahmen. Die Ereignisse um den Baltic Pride lösten viele Proteste der EU-Mitgliedsstaaten und der europäischen Bürgerrechtsbewegung aus.

 

Budapest (Ungarn)

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Zwei Männer umarmen sich vor dem Grab des ungarischen Schriftstellers Karoly Kertbeny. Dieser vertrat in der Mitte des 19. Jahrhunderts,  in seinen zahlreichen Schriften, erstmals die Ansicht, dass Homosexualität angeboren und unveränderlich sei. Damit stellte er sich öffentlich gegen die damals vorherrschende Meinung in der Gesellschaft, dass Homosexualität mit Sodomie gleichzusetzen ist. Gleichzeitig thematisierte er, dass viele historische Persönlichkeiten homosexuell waren. Ein Tabubruch - Neu war auch das Wort Homosexualität, welches er als einen Begriff einführte.

Die gesellschaftlichen Bedingungen im EU-Land Ungarn, sind für Lesben und Schwule äußerst schwierig. Die Politik wird seit vielen Jahren durch die Rechtsgerichtete Jobbik Partei beeinflusst. Die ungarische Regierung lässt der LSBT Bewegung nur soviel Spielraum, wie die EU Richtlinien zur Gleichbehandlung es vorschreiben.

Bei der CSD Parade in der Hauptstadt von Budapest im Jahr 2010 wurde diese zwar genehmigt, allerdings wurde die Streckenführung für die Öffentlichkeit weiträumig abgesperrt. So dass die Teilnehmenden durch leere Straßen gingen.

In Ungarn ist die freie Meinungsäußerung insgesamt durch die restriktive Gesetzgebung stark eingeschränkt. Darunter leidet die Bürgerrechtsbewegung ebenso, wie die Lesben- und Schwulenbewegung

 

Bukarest (Rumänien)

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Stolz hält eine Teilnehmerin des Gay - Pride Bukarest eine Regenbogenfahne, vor dem so genannten  Ceausescus Palast in die Höhe. Die Zahl der Fotografen die diesen Gaypride begleiten, ist höher als die Zahl der Teilnehmenden. Dies ist nicht verwunderlich, denn erst 2001 musste der Artikel 200 des rumänischen Strafgesetzbuches, durch die Entscheidung des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte aufgehoben werden. Dieser Artikel bestrafte jegliche öffentliche Erscheinungsform von Homosexualität.

Nur ganz wenige LSBT - Aktive, hauptsächlich in der Hauptstadt Bukarest, wagen sich an die Öffentlichkeit. Die ersten Gay Prides in Bukarest, waren im Vorfeld von einer harten Auseinandersetzungen in den Medien geprägt. Insbesondere der „Rumänische Familienschutzbund“, kämpfte gegen die Durchführung von Lesben- und Schwulenparaden in Bukarest und forciert ein Klima der Angst, welches Lesben und Schwule hindert, öffentlich ihre sexuelle Identität auszuleben.

Die Bilder in der Ausstellung zeigen hier insbesondere auch Mitglieder des „Rumänischen Familienschutzbundes“. Während der Parade verteilen sie Handzettel an die Paradeteilnehmer: “Halte Abstand zu mir, du hast HIV. Du bist ein gestörter schwuler Verlierer, dessen Leiche von Würmern zerfressen wird und deine Seele im ewigen Feuer schmoren wird. Auch wenn du dass denkst, Jesus wird dir nicht verzeihen. Ändere dich! Die Bibel ist wahr, komme zu uns und probiere es aus.“

 

Istanbul (Türkei)

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Homosexualität wird in der Türkei kontrovers in den Medien und in der Gesellschaft diskutiert. Zum einen gibt es LSBT - Organisationen in größeren Städten, die sich um die Belange homo- und trans*sexueller Menschen kümmern. Dem entgegen steht die patriarchalisch geprägte türkische Gesellschaft, die das Thema nicht öffentlich diskutiert sehen möchte.

Dabei gibt es in der Kunsthistorie des Landes, viele osmanische Liebesgedichte mit homoerotischen Inhalten. Hier werden vielfach junge Männer gepriesen. Nach dem traditionellen osmanischen Verständnis, sind die Heranwachsenden noch keine richtigen Männer, deshalb sind gelebte Liebesbeziehungen keine Unzucht.  Für viele schwule Männer war das der Weg, ihre sexuelle Identität auszuleben.

LSBT - Organisationen wie Lambda Türkei, kämpfen immer wieder vor Gerichten um die Rechte einzelner einzufordern, sowie gesellschaftliche Änderungen herbeizuführen.

Das Bild zeigt eine Trans*Frau, die Opfer eines trans*phoben Überfalls wurde und sich erfolgreich vor einem türkischem Gericht, gegen die Gewalttäter durchgesetzt hat. Andere Aktivistinnen wie die der Transgender Organisation Pembe Hayat mussten sich gegen absurde Vorwürfe, wegen Beleidigung und Widerstand gegen die Polizei, vor Gericht, wehren. Den Transgender - Aktivistinnen, drohten Haftstrafen von bis zu 5 Monaten. Auf der Pressekonferenz des ersten Trans* Prides in Istanbul, glänzten Medien durch völlige Abwesenheit, wie auf dem obigen Foto zu sehen ist.

 

Rumänien

Bukarest

WALK WITH WITH PRIDE | Bukarest 2010 | Foto: Charles Meacham

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