CSD Potsdam 2012
Ursula Nonnemacher ist Sprecherin für Gesundheitspolitik, Inneres, Soziales, Frauen und Familie von Bündnis 90 / Die Grünen im Landtag Brandenburg
Liebe Besucherinnen und Besucher des Potsdamer CSD 2012
im Rahmen einer 10 tägigen Veranstaltungsreihe erfahren wir die Vielfalt des Lebens. Respekt und Akzeptanz sind immer wieder neu zu fordern, zu leisten. Unsere Grundrechte stehen jeder und jedem gleichberechtigt zu. Leider müssen Lesben, Schwulen, bisexuellen und transidenten Mitmenschen uns stets daran erinnern.
„Gleichberechtigung für Heterosexuelle… und kein bisschen mehr!“ - provokativ, aber notwendig für den Kampf um Gleichstellung.
CSD Potsdam und Brandenburg 2012
Elisabeth Schroedter ist Abgeordnete des Europäischen Parlaments für Bündnis 90/ Die Grünen
„Gleichberechtigung für Heterosexuelle… und kein bisschen mehr!“ – Hinter diesem provokativen Slogan für den diesjährigen CSD in Potsdam steht der unendlich lange und mühselige Kampf für Gleichberechtigung für Homosexuelle. Doch für die Landesregierung in Brandenburg kann es nicht provokativ genug sein. Immer wieder müssen homosexuelle Menschen in diesem Land für ihre Anerkennung kämpfen. Das jüngste Beispiel ist das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm für das Land Brandenburg 2011-2014. Menschen mit homosexueller, bisexueller oder transsexueller Identität werden nicht ein einziges Mal darin erwähnt. Scheinbar hat die Landesregierung immer noch nicht verstanden, was international und europäisch selbstverständlich ist, Politik für Gleichstellung ist umfassender als die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen.
Ansgar F. Dittmar ist Bundesvorsitzender Schwusos in der SPD
Euer Motto „Gleichberechtigung für Heterosexuelle … und kein bisschen mehr“ ist so provokativ wie es schön ist. Es macht unseren Wunsch deutlich, dass wir keine Sonderrechte haben wollen, aber gleiche Teilhabe in der Gesellschaft.Betrachtet man die Geschichte der LGBT-Bewegung der letzten zwanzig Jahre, so haben wir schon sehr viel erreicht. Eine Politik der kleinen Schritte könnte man das nennen. Aber – der große Schritt – Öffnung der Ehe im Zusammenleben zum Beispiel, fehlt noch. Leider trauen sich viele Politikerinnen und Politiker nicht, diesen großen Schritt zu machen, obwohl die Gesellschaft schon viel weiter ist als sie.
CSD Potsdam 2012
Martin Och ist Regionalvorsitzender Ost der LSU - Lesben und Schwule in der Union
Während in Frankreich Hetero-Paare eingetragene Partnerschaften als Alternative zur Ehe begründen können, bleibt Homosexuellen einzig die Partnerschaft. Ist es da nicht fairer, zu sagen: Partnerschaften sind für die einen da und Ehen für die anderen? Wir reden in Deutschland von zwei Rechtsinstituten, einfach weil die Vorraussetzung zu ihrer Begründung verschieden sind. Eine andere Form der Verbindung bekommt einen anderen Namen, schließlich sind Inhalte wichtiger als Etiketten und man kann gleichwertige neue Begriffe schaffen ohne traditionelle aufweichen zu müssen. Oder sollen zukünftig auch Moscheen und Synagogen in "Kirchen" umbenannt werden, nur um begriffliche Unterschiede zu verwischen, obwohl die Inhalte zweifellos verschieden sind? Zudem ist eine Ehe-Öffnung längst kein Garant für rechtliche Gleichstellung. So dürfen Schwule und Lesben in Portugal zwar die Ehe eingehen, die gemeinsame Adoption von Kindern bleibt ihnen trotzdem verboten.
Martina Wilczynski ist Vorsitzende des Bündnis Faires Brandenburg
Minister Baaske gibt größten Etat für regionale LSBT-Arbeit frei
2012 fängt für Lesben und Schwule, sowie transidente Menschen in Brandenburg gut an. Rot-Rot erfüllt endlich gleich zwei Versprechungen der Kooalitionsvereinbarung in einem Jahr. Zuerst die langjährigen Forderungen zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im Landesrecht und zum anderen die nach einer gezielteren und regionaleren Förderung einzelner LSBT-Projekte.
CSD Potsdam 2012:
Jirka Witschak ist stellv. SCHWUSOS-Vorsitzender und organisiert den CSD Potsdam
Friedrich war schwul. Das macht ihn als Menschen und König weder besser, noch schlechter. Historiker vermuten, das seine Abstinenz gegenüber Frauen mit einer angeblich ungeheilten Geschlechtskrankheit zu erklären ist. Wer diesen Quatsch für bare Münze nimmt, könnte genauso gut auch darüber phantasieren, ob seine Majestät, bei einem eigenen öffentlichen Outing vielleicht auf Krieg als Mittel der Politik verzichtet hätte.
Im Hier und Heute kämpfen Lesben und Schwule oft um den alltäglichen Sieg über Stigmatisierung und Diffamierung. “Der/ die ist ja andersrum!” ist ein Synonym für das Schubladendenken sogenannter "normaler Bürger. Oft sind Bezeichnungen wie “Schwul” oder “lesbisch” als Denunziation gemeint, ohne das eigentliche Wesen des Menschen positiv und vorurteilsfrei zu sehen. Wer auf Schulhöfen steht, hört das Wort “Schwuchtel” mehr, als das Wort “Relativitätstheorie”.
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